Galerie

Unternehmensforum

Unternehmensforum besucht Hengelo

Die Grenze zu den Niederlanden existiert gefühlt nur auf der Landkarte. Dennoch sind die „Hemmnisse für den wirtschaftlichen Austausch und den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt eher größer als in der 50er-Jahren“, erzählt Marieke Maes. Umso erfreuter war die Euregio-Vertreterin, am Donnerstag in Hengelo eine Wirtschaftsdelegation aus Emsdetten begrüßen zu können.

Rund 50 Emsdettener Unternehmer, Wirtschafts- und Institutionsvertreter hatten sich auf den Weg in die Partnerstadt gemacht, bei einem „Forum on Tour“ sollten Kontakte geknüpft, die Möglichkeiten der Zusammenarbeit und gemeinsame Ziele ausgelotet werden. Ausgesprochen hatte die Einladung an das Emsdettener Unternehmensforum Hengelos Bürgermeister Sander Schelberg – als der mit einer Delegation aus der Partnerstadt im April dieses Jahres ein Wirtschaftsfrühstück im Lichthof besucht hatte.

„Die Wirtschaftsregion Twente hat 600 000 Einwohner und macht sich gerade auf den Weg, eine der führenden europäischen Wissens- und High-Tech-Regionen zu werden“, begrüßte Schelberg die Emsdettener im denkmalgeschützten Bürgersaal in Hengelos Rathaus, einem typischen Monument des Wiederaufbaus. Vor allem im Bereich der Energiewirtschaft und der entsprechenden Forschung habe sich Hengelo einen Namen gemacht – woran die größte niederländische Siemens-Niederlassung, die sich mit ihren Produktions- und Wartungsanlagen im Stadtkern (!) von Hengelo befindet, nicht unbeteiligt ist.

„Partnerschaft kann nicht nur aus den Rathäusern gelebt, sie muss von Menschen gelebt werden“, bedankte sich Bürgermeister Georg Moenikes für die Einladung. Im Vereinsleben sei das mittlerweile 24 Jahre vollzogen. „Im Wirtschaftsaustausch haben wir einiges nachzuholen, damit wollen wir heute beginnen.“

Das freute Marieke Maes besonders. „Intensivieren Sie Ihre Zusammenarbeit – Sie könnten eine Vorreiterrolle einnehmen“, rief sie die Unternehmer auf. Solche Signale müssten in Den Haag ebenso gehört werden wir in Düsseldorf und Berlin. Und sie seien zielführend: Gegenseitig Praktika vermitteln, die Grenzregion im Kampf um Fachkräfte als Chance für einen attraktiven gemeinsamen Arbeitsmarkt verstehen …

Den Faden konnte Freerk Faber, Direktor der Stiftung World Trade Center Twente, dankend aufnehmen. „Wie schön wäre es, wenn Sie irgendwann auf die Frage, wo Sie herkommen, nicht Deutschland oder Niederlange sagen – sondern Euregio.“

Nach einer original-niederländischen Stärkung und einem Spaziergang durch die Hengeloer Innenstadt konnten sich die Emsdettener die Wirtschaft vor Ort erleben. Bei Siemens Hengelo werden Gasturbinen und -verdichter für den Weltmarkt entwickelt, produziert und gewartet, auf einem 23 000 Quadratmeter großen Areal mitten in der Innenstadt, direkt gegenüber dem Bahnhof gelegen.

Die Emsdettener zeigten sich beeindruckt: Von dem Unternehmen, der Gastfreundschaft bei den Freunden aus den Niederlanden und einem überaus interessanten „Forum on Tour“. Einziger Wermutstropfen: Konkrete Kontakte konnten die Emsdettener kaum knüpfen – es fehlten die Unternehmer aus der Region Twente. Anknüpfungspunkte zu einem baldigen Austausch und Wiedersehen gab es allerdings reichlich. Strategischer und auch ganz praktischer Art. Denn wie das immer so ist bei Gruppenreisen mit dem Bus: Ein Mantel bleibt am Zielort immer liegen … Von Christian Busch

Unternehmensforum Emsdetten

Trackback URL: https://www.pressefoto-bernd-oberheim.de/unternehmensforum/trackback/