Sportissimo 2018

Ehrungen und tolle Sportshow

Von Kai Lübbers / Emsdettener Volkszeitung

Bei Wein und Whisky hält sich die Behauptung: Je älter sie werden, desto besser werden sie. Gilt das auch für Sportissimo – die größte Sportshow im Münsterland? Seit fünf Jahren sind Jochen Hinken (Regie) und Uli Grewe (Moderation) für den von der Emsdettener Volkszeitung präsentierten Mix aus Sportler-Ehrung und großer Show in der Ems-Halle verantwortlich.

In seiner Begrüßung wies Grewe auf den schmalen Grat zwischen Show und Ehre hin: „Die Veranstaltung wurde erfunden, um verdiente Sportler unserer Stadt zu ehren. Manch einer sagt aber: Die Ehrungen, kann man die nicht weglassen?“

Kann man nicht, denn damit würde man Sportissimo die Seele rauben. Man könnte aber versuchen, die Show zu straffen, denn die, die nicht mit einem der Geehrten mitgefiebert haben, sondern wegen der Show-Acts da waren, mussten in der ersten Hälfte einige Längen in Kauf nehmen. Nach der Begrüßung von Sponsoren und prominenten Gästen nahm Bürgermeister Georg Moenikes die Ehrung der erfolgreichsten Sportler Emsdettens des Jahres 2017 vor.

Danach folgte der Höhepunkt der ersten Hälfte – Lisa Rinne begeisterte mit ihrer Akrobatik an der Strickleiter. Nach dem zweiten Teil der Sportlerehrung erinnerte die Burggarde Bevergern mit ihrer Darbietung an die Schließung des Bergwerks Ibbenbüren in diesem Jahr. In ihre Choreografie mit Namen „Schicht im Schacht“ hatte sie Bilder von Bergmännern eingebaut.

Smoothies zur Pause

Aus dem Förderkorb erfolgte dann die Überleitung zur Wahl der Mannschaft des Jahres. Laura Albers intonierte, begleitet von der AJG Big-Band, das Lied „Valerie“ von Amy Winehouse. Zuschauer, die in der Pause kein Wasser oder Bier trinken wollten, konnten sich von den beiden Comedy-Akrobaten von Take Two einen Smoothie mixen lassen. Die Zutaten wie Ananas und Orangen samt Mixer wirbelten sie vorher auf der Bühne ordentlich durch die Luft – wobei das Publikum die Begeisterung für den fruchtigen Mix nicht ganz teilte.

Dann war Schluss mit Durchgang eins. Das Aufwärmprogramm war vorbei, die Besucher, die auf die Karte Show setzten, kamen im zweiten Teil von Sportissimo voll auf ihre Kosten. Zuerst flogen die 50 dänischen Artisten der Silkeborg Boys and Girls mit Flic Flacs und Salti durch die Ems-Halle. Das Publikum ging voll mit, und selbst Uli Grewe stand einen gehechteten Salto vom Trampolin. „Licht aus – Spot an“ hieß es dann für Comedian Amjad, der im Publikum auftauchte und die Halle mit derben Witzen („Ich war mit neun Jahren das erste Mal auf einer arabischen Hochzeit – auf der meiner jüngeren Schwester…“) erheiterte.

Buchstäblich auf gepackten Koffern saß Monsieur Chapeau. Aber nicht, um die Halle vorzeitig zu verlassen, sondern um mit waghalsigen Balance-Acts zu überzeugen. Dagegen verblasste die Handakrobatik von 2 Trux ein bisschen, obgleich auch die Hebefiguren und Partner-Akrobatik ein Höchstmaß an Können erforderte.

Einsatz für das A-Team

Danach hieß es: Einsatz für das A-Team. Aber nicht für die Action-Serie aus den USA sondern für die A-Latein- Formation des Tanzclubs Young & Old. Zu Hits von Robbie Williams, Michael Jackson und Jennifer Lopez legten sie eine flotte Sohle auf den Hallenboden. Ebenfalls eine Mischung aus Power und Ästhetik boten die vier Bundesligaturner von „Sleepless“. Die Akrobatik beherrschten sie zweifelsohne, am Showteil müssen die vier allerdings noch etwas feilen. Bis ins letzte Detail ausgefeilt präsentierte sich dagegen Twin Spin. Der Auftritt von Benno und Max war der Höhepunkt vor dem großen Finale, bei dem sich alle Akteure von Sportissimo noch einmal im Innenraum versammelten.

Fazit

Es ist wie beim Fußball. Trotz einer schwächeren ersten Halbzeit kann man das Spiel noch hoch gewinnen. Das war bei Sportissimo nicht anders, auch die 35. Auflage überzeugte unterm Strich klar. Die Zuschauer, denen der erste Teil mit zu langatmigen Ehrungen gespickt war, kamen im zweiten Durchgang dank des starken Mix aus Comedy und Akrobatik auf ihre Kosten. Es hätte der Show allerdings gut getan, einen der starken Programmpunkte aus Durchgang zwei in den ersten Teil vorzuziehen und dort die Ehrungen etwas zu straffen.

Moderator Uli Grewe hatte ein, zwei Fehlzündungen bei seinen Gags: „Das ist halt live“, nahm er die Sache, ganz dem Abend angemessen, sportlich.

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Kommentar

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