Gift & Gülle

Endlich wieder Gift & Gülle

von Klaus Spellmeier / Emsdettener Volkszeitung

Gift & Gülle ist nach einjähriger Pause zurück! Und das ist verdammt gut so. Dem Emsdettener Karneval fehlte etwas ohne Don Holski, Kasper und Imagic. Donnerstagabend war Generalprobe vor 100 Fans. Die Sketchtruppe um Präsident Stefan Hoof versprühte mehr Gift als je zuvor. Die Pointen funkelten nur so. 90 Prozent der Karten für die fünf Abende in der Bürgerhalle sind schon weg. Gratulation den treuen Anhängern des bissigen Narrentums ohne Kappe und Rumtata! Sie erleben eine grandiose Show mit 33 Nummern, gekrönt von der Trump-Parodie des zehnjährigen Piet Müller!

Selbst diese Provinz verdient Kultur, hab sich die Possenreißer gedacht und flüchteten vor vollgekackten Windeln, eintönigem Alexa-Applaus und Geschirrbergen auf die Bühne. „Dettens Innenstadt trostlos, die Stadtoberen ratlos, Moeni ist immer noch Bürgermeister – Wir können nahtlos an 2016 anknüpfen“, sagte ein glänzend aufgelegter Moderator Stefan Hoof.

Die bewährten Standards hat das Sketchteam beibehalten: Kasper, WCG, Jahresrückblick und natürlich das Emsdettener Original Don Holski. Moeni suchte man allerdings vergeblich. Der ist zwölf Monate auf Fortbildung bei der Bertelsmanns-Stiftung, erfuhr Don Holski. „Perlen vor die Säue“, entfuhr es dem Paten von Emsdetten, während er eine Tüte rauchte, damit „Emsdetten so schön bunt“ erscheint. Statt Moeni kam Who-the-fuck-is-Leuermann, der Moeni vertritt. Für die Leerstände in der Innenstadt hatte Don Holski eine Lösung. „Da machen wir Coffee-Shops raus.“

Böser Jahresrückblick

Der Jahresrückblick war böse wie nie. „Trump twittert geballten Schwachsinn. Man kann gar nicht so viel saufen, wie man kotzen möchte.“ – „Weinstein kann seine Wichsgriffel nicht bei sich halten.“ Auch beim Merkel-Rückblick prasselte eine Schimpfkanonade aufs Publikum nieder. „Es war ein Scheißjahr. Geißler tot, Kohl tot, aber Seehofer, dieser Wurmfortsatz aus München, lebt.“

Gleich zu Beginn Kabarett der neuen Art im Sinne der ZDF-Anstalt. Das Bemühen, schwierige Zusammenhänge in verständlichen Bildern auf die Bühne zu bringen, kam nicht bei jedem an, wie der verhaltene Applaus zeigte.

Fazit: Gift und Gülle präsentiert wieder eine dreistündige Mischung aus politischem Kabarett, Tanz, Musik und Sketchen. Unbedingt anschauen!

 

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